Dies ist ein Sport mit viel Spaß, ohne Kleiderordnung, ohne Caddie und ohne komplettes Schlägerset. Benötigt wird ein Schläger, einige Bälle und eventuell einige Tees. Gespielt wird im freien Gelände, aber auf Strecken, wo keine Personen gefährdet werden können. (Golfbälle können durchaus 150m oder mehr fliegen und zum Geschoss werden)
Sicherheit ist oberste Priorität!
Spielregeln
Es gibt keine einheitlichen Regeln an die man sich halten muss. Jede Crossgolfcrew hat meist Ihre eigenen, wobei diese je nach Spielsituation variieren. Wir handhaben es in unserem Verein so:
Es werden mehrere anzuspielende Ziele im Gelände festgelegt, die mit möglichst wenigen Schlägen zu erreichen sind. Das können Bäume, Zaunpfähle oder selbstgebaute Fahnen sein. Der Ball gilt als eingelocht, wenn er innerhalb einer Schlägerlänge vom Ziel entfernt liegt. Da es aber verschiedene Schlägerlängen gibt wird sich vorab auf die Länge geeinigt. Terraforming (Gelände um den Ball herum verbessern wie etwa Gras platt treten) ist nur innerhalb einer Schlägerlänge um den Ball erlaubt.
Innerhalb von 5 Minuten nach Abschlag muss der Ball gefunden werden. Ansonsten gilt der Ball als verloren. Der Spieler bekommt dann einen Strafschlag aufaddiert und kann einen neuen Ball nehmen. Dieser wird an einer Stelle abgelegt wo der verlorene Ball vermutet wird.
Ebenso wenn sich der Ball in einer nicht spielbaren Position befindet, kann die Lage des Balls auf Kosten eines Strafschlags im Umkreis einer Schlägerlänge um den Ball herum verändert werden. Vorrangig ist der Ball aus jeder Position zu schlagen. Die Anzahl der Bälle pro Spiel begrenzen wir auf 3 Stück. Wenn nicht gerade ein Turnier gespielt wird, du mit einer Fuddel-Truppe unterwegs bist und keinen Ball mehr haben solltest kannst du dir sicherlich einen von jemand anderen leihen J
Man spielt meist in einem Flight, so nennt man die Gruppe mit der man die Runde bespielt, von maximal 6 Personen. Die Spieler wechseln sich mit dem Schlagen Ihres Balls immer ab, sodass immer derjenige der weiter vom Ziel entfernt steht als nächster schlägt. Der Rest steht dabei bevorzugt hinter Ihm um Abschüsse von Personen zu vermeiden. So rückt man Sicher dem Ziel immer Näher.
Wenn eine Gruppe mal sehr langsam sein sollte und von einer anderen überholt werden kann, sollten Sie auch vorbeigelassen werden. Das beschleunigt den Spielfluss und man kann mal schnell auf die Scorecards der anderen schauen um dann erhobenen Hauptes vorbeizuziehen J
Die Höchstzahl der Schläge ist für jedes Ziel auf 13 begrenzt. Die Benutzung von Tees wird vom Gelände abhängig gemacht und vor dem Spiel festgelegt. Meist jedoch nur beim Abschlagen. Sieger ist derjenige, der mit den wenigsten Schlägen alle Ziele absolviert hat.
Zusätzlich werden von Crossgolfern immer neue Absurde Ziele erschaffen um eine gesunde Abwechslung zu garantieren. Ob man auf alten Hausrat schlägt, in der Luft baumelnde Gegenstände beschießt oder einfach mal ein Dosenschießen veranstaltet. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und diese Special Events sind immer ein Publikumsmagnet da alle anderen Spieler drum herum stehen können um die dümmsten Sprüche loszuwerden.
Golfschläger
Beim normalen Golf schleppt man gleich ein ganzes Sortiment verschiedener Schläger mit sich herum: Hölzer, Eisen, Wedges und einen Putter. Für Crossgolf reicht ein einziger schon aus. Am besten ein 6er oder 7er Eisen. Leichter ist es mit einem Pitching oder Sand Wedge den Ball sauber zu treffen, jedoch nimmt die mögliche Flugweite dabei sehr ab. Gerade zu Anfang fallen die Unterschiede im Schlag aber nicht gerade groß aus.
Eisen haben eine mittlere Schlagweite und der Ball fliegt bis zu 120m. Die Zahlen 1-9 stehen dabei für die jeweilig erreichbare Weite - mit einem Eisen 1 kann man also wesentlich weiter schlagen als mit einem Eisen 9.
Hölzer heißen zwar noch so, sind heute aber auch aus Metall. Mit ihnen kann man am weitesten schlagen. Auch hier gilt: je kleiner die Zahl desto weiter. Im Crossgolf werden Hölzer normalerweise nicht benutzt. »Iron only« ist üblicherweise angesagt.
Putter kommen meist überhaupt nicht zum Einsatz. Denn das abschließende Grün, auf dem beim normalen Golf eingelocht wird, ist außerhalb von Golfplätzen extrem selten ;-)
SandWedge (SW) oder PitchingWedge (PW) sind auch weniger üblich - sie schlagen eher kurz und lassen sich nicht ganz so vielseitig einsetzen wie die anderen Eisen. Um aber aus dem tiefsten Busch heraus zu kommen sind sie Ideal.
Für den Einstieg reicht also ein gebrauchtes 7er Eisen, das Ihr euch für ein paar Euros zulegen könnt.
Golfbälle
Möglichst viel und möglichst billig. Denn beim Crossgolf gehen anfangs sehr schnell, sehr viele verloren. Aufgerissene (mit Cuts) sollten es zwar nicht gerade sein, aber Gebrauchspuren (oft als Bälle für die Driving Range bezeichnet) sind absolut in Ordnung. Irgendwann müssen sie sowieso alle »ins Gras beißen«.
Es gibt bei Neu-Bällen zwar erstaunlich große Unterschiede (Verhalten und Weite), die machen sich aber nur auf einem Golfplatz wirklich bemerkbar. Zum Üben eignen sich die sogenannten „Soft-Bälle". Diese werden durch die Luft sehr stark abgebremst und fliegen so nur rund 5-10 m weit.
Mit den Almost Golfbällen kann auch mal eine Scheibe getroffen werden ohne das Sie sofort zerspringt. Diese Hartschaumbälle besitzen die gleichen Flugeigenschaften wie normale Bälle, fliegen aber nur ein Drittel so weit und beschädigen die Umgebung bei einem Treffer nicht.
Außergewöhnlichen Spaß bereiten einem sogenannte Leuchtbälle. Wie der Name schon sagt, kann man mit denen auch im Dunkeln eine Runde spielen. Die Bälle können aus einem transparenten Material sein und besitzen eine Bohrung, in die sogenannte Knicklichter eingesteckt werden. Diese kleinen Stäbchen (nur einmal zu gebrauchen) werden geknickt und leuchten dann für ca. 4 - 8 Stunden. Der Preis liegt bei ca. 2,50€ mit Knicklicht.
Desweiteren gibt es sogenannte lumineszierende Golfbälle. Aufgeladen mit einer Led-Taschenlampe sind Sie beliebig oft zu benutzen und haben eine Spieleigenschaft die den originalen Bällen sehr nahe kommt. Preis ab ca. 3€.
Spiellocation
Gespielt wird auf allen erdenklichen Plätzen die für jeden zugänglich sind.
Weiden, Wälder, Industriebrachen, Stadtparks oder in der Stadt selber wird gespielt. Einzige Voraussetzung ist das Ihr dort spielen dürft und keine anderen Mitmenschen gefährdet. Ganz nach dem Motto „Forebild“ sind die Plätze auch wieder Sauber zu verlassen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Spiel !